Nachgefragt: Neubewertung der Verkehrsplanung in Adlershof auf Basis des novellierten Mobilitätsgesetzes 

Zur Erörterung offener Fragen wurde per parlamentarischer Nachfrage (Drucksache 19/25995) beim Berliner Senat geklärt, ob und wie die Verkehrsplanung für die Dörpfeldstraße und die Radickestraße im Lichte des novellierten Berliner Mobilitätsgesetzes neu bewertet wird. Hintergrund der Anfrage: Könnte der Radverkehr künftig vollständig in die Radickestraße verlagert werden, um die enge Dörpfeldstraße zu entlasten?

Aktueller Planungsstand  

Die Dörpfeldstraße wird umgestaltet und erhält einen sog. „Aufmerksamkeitsstreifen“ für Radfahrende. Dies ist kein baulich gesicherter Radweg, sondern eine überfahrbare Markierung, die den bereits bestehenden Radverkehr ordnen soll. Parallel dazu soll die Radickestraße als attraktive Nebenroute für den Radverkehr ausgebaut werden. Beide Maßnahmen basieren auf dem Integrierten Verkehrs- und Freiraumkonzept (IVFK) Adlershof und wurden gemeinsam geplant. 

Was bedeutet das für Anwohner konkret? 

Parkplätze auf der Dörpfeldstraße sind weder aktuell vorhanden noch vorgesehen. Bestehende Be- und Entladezonen sollen in die angrenzenden Nebenstraßen verlagert werden, um den Lieferverkehr für den lokalen Einzelhandel weiterhin zu ermöglichen. Der motorisierte Individualverkehr bleibt auf der Dörpfeldstraße unverändert zulässig. Mit dem zweigleisigen Ausbau der Straßenbahn wird außerdem eine Beschleunigung des ÖPNV-Betriebs erwartet. Weitere Verzögerungen durch den Radstreifen werden laut dem Senat nicht erwartet.

Warum ist eine vollständige Fahrradstraße in der Radickestraße nicht möglich? 

Eine durchgehende Fahrradstraße in der Radickestraße scheitert am laufenden Busbetrieb: Die erforderliche Mindestbreite für Busbegegnungen beträgt 6,50 Meter und das Nebeneinanderfahren von Radfahrenden würde einen fahrplangerechten Linienbetrieb verhindern. Eine Umleitung der Buslinie über Alternativrouten wie den Büchnerweg oder die Otto-Franke-Straße wurde geprüft und wegen fehlender Eignung verworfen, unter anderem weil die sichere Schulanbindung der Anna-Seghers-Schule gewährleistet bleiben muss. 

Was ändert sich durch das novellierte Mobilitätsgesetz? 

Nach Auskunft des Bezirksamts Treptow-Köpenick hat eine mögliche Änderung des Mobilitätsgesetzes (welche die Pflicht zur Anlage von Radwegen an jeder Hauptverkehrsstraße aufhebt) keine direkten Auswirkungen auf den Planungsstand.
Die Entwurfsphase für die Dörpfeldstraße ist bereits abgeschlossen, eine geprüfte Bauplanungsunterlage liegt vor. Planänderungen sind aus diesem Grund leider ausgeschlossen. 

Beteiligung der Bevölkerung 

Die Planungen wurden in einem umfassenden Beteiligungsverfahren entwickelt, an dem neben Anwohnenden und Gewerbetreibenden auch der Kiezbeirat Adlershof, der ADFC, der ADAC sowie mehrere Senatsverwaltungen mitwirkten. Der Kiezbeirat ist weiterhin das zentrale Gremium für laufende Informationen zu Baumaßnahmen im Fördergebiet und trifft sich monatlich.